Der Übergang als wichtige Etappe im Bildungsprozess der Margarethenschule

„Der Eintritt in den Kindergarten, den inzwischen fast alle Kinder besuchen (die meisten ab dem Alter von drei Jahren), stellt die erste hoch bedeutsame Erweiterung des bisher durch die Familie geprägten Lebens- und Erfahrungsraums eines Kindes dar. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für die Kinder ein ebenso bedeutsamer Entwicklungsschritt und zugleich der erste Übergang von einer pädagogischen Institution in eine andere. Während der Eintritt in den Kindergarten jedoch vor allem auf der sozialemotionalen Ebene eine Herausforderung an das Kind und seine Bezugspersonen darstellt, ist dies der Übergang in die Schule auch auf kognitiver Ebene: Die Kinder wissen, dass sie sich in neue soziale Strukturen hineinfinden müssen und dass neue Anforderungen auf sie zukommen, von denen sie nicht genau wissen, ob und wie sie diese bewältigen werden. Dadurch können - neben der Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt, die bei den meisten Kindern zu beobachten ist - bereits im Vorfeld auch Unsicherheiten und Ängste entstehen, bei deren Bewältigung die Kinder Unterstützung brauchen: Sie brauchen Sicherheit durch Kenntnis der neuen Orte, der dort handelnden Personen und der Abläufe. Wir sind ihnen außerdem die Erfahrung schuldig, dass die Kompetenzen und Lernwege, die sie in ihrem bisherigen Bildungsprozess erworben haben, wertgeschätzt und weitergeführt werden („Kontinuität des Bildungsprozesses“).

Für die Lehrkräfte ist zentral wichtig, den bisherigen Bildungsprozess und damit die „individuelle Lernausgangslage“ jedes Kindes (und wohl auch seine Lebenslage) möglichst früh kennen zu lernen, um dem Anspruch des Kindes auf weitere individuelle Förderung gerecht werden zu können. Deshalb brauchen und suchen sie Kontakte und Gespräche nicht nur mit den zukünftigen Schulkindern, sondern auch mit deren Eltern und ErzieherInnen.

ErzieherInnen , die auch nach der Einschulung Kontakt zu den Kindern halten und ihren weiteren Bildungsprozess verfolgen, sehen deutlicher die Anschlussfähigkeit der Bildungskonzepte im Elementar- und Primarbereich, erhalten Bestätigungen hinsichtlich der Bedeutung ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit und vielleicht auch weitere Anregungen.

Auch für die meisten Eltern stellt der Übergang ihres Kindes in die Schule eine „sensible Phase“ dar, beginnend mit der Einsicht, dass nicht nur für ihr Kind, sondern auch für sie selbst ein Lebensabschnitt unwiderruflich vorbei ist. Zudem ist für die Eltern die Gestaltung dieses Übergangs der erste Modellfall für die inhaltliche und die strukturell-organisatorische Verzahnung unseres Bildungssystems und für die Zusammenarbeit der pädagogischen Professionen miteinander und mit ihnen, den Eltern. Für die Schulkinder schließlich sind Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten mit Kindern, die den Weg in die Schule noch vor sich haben, äußerst wertvolle Gelegenheiten, sich ihre eigenen Fortschritte und erheblichen Kompetenzzuwächse bewusst zu machen und zugleich Verantwortung für Andere zu übernehmen.

Angesichts der skizzierten Vorteile für alle Beteiligten ist die Bedeutung eines sorgfältig und gemeinsam gestalteten Übergangs offensichtlich." (aus: Beispiele guter Praxis in der Stadt Paderborn. o. J., Seite 3)

Daher hat sich die Margarethenschule Dahl schon früh für eine kooperative Zusammenarbeit mit dem städtischen Kindergarten Dahl entschieden. In sogenannten Kooperationsstunden finden jedes Jahr im Zeitraum von Februar bis Ostern (in der Regel 10 Wochen) Unterrichtsstunden mit dem zukünftigen Schulanfängern und Schülern der ersten Klassen statt.

Organisiert und durchgeführt wird dies von den Eltern, Erziehern und Lehrern gemeinsam und beinhaltet die „Fächer“ Mathematik, Musik, Sachunterricht, Sport, Kunst.

Unsere gemeinsamen Veranstaltungen (seit 2007) machen unsere zukünftigen Schulkinder nicht nur mit den Räumlichkeiten und zukünftigen Lehrern vertraut, sondern auch mit Unterrichtsformen und schulischen Gegebenheiten an unserer Margarethenschule und vermindern oder verhindern damit Unsicherheiten bzw. Ängste.

Die Ziele und Vorhaben unserer Schule und des Kindergartens werden in regelmäßigen Abständen evaluiert und schriftlich in einem Kooperationsvertrag festgehalten.

Aktualisiert (Freitag, den 27. Januar 2017 um 10:37 Uhr)